Nazis

Halbherziges Geständnis von Stanley Nähse

Er hat die Tat zugegeben. In der Nacht zum 24. August 2010 habe er an einer Tankstelle eine Flasche „Mixery“ und Spiritus gekauft. Nachdem Nähse die Flasche austrank füllte er die brennbare Flüssigkeit in die Bierflasche. Als Lunte diente eine Socke des Angeklagten. Diesen Molotow Cocktail schleuderte er anschließend in ein offenes Fenster in der zweiten Etage des linken Hausprojektes. Dies ließ Stanley Nähse über seinen Verteidiger verlesen. Das Motiv war laut seiner Aussage jedoch nicht der Hass auf die BewohnerInnen des Hausprojektes in der Robert-Matzke Straße, sondern ein Streit mit seiner mittlerweile Verlobten. Die Nebenkläger können diesem halbherzigen Geständnis nur wenig abgewinnen. In einem Interview bei ColoRadio äußerten sich erstmalig die Betroffenen zu dem bisherigen Prozessverlauf.

Die Aussage Nähses wird auch von der Polizei in Frage gestellt. Die Ermittler kamen mittels Funkzellenabfrage auf das Handy des Angeklagten. Dieser telefonierte jeweils vor und nach der Tat mit einem Freund, der ebenfalls in der Funkzelle eingeloggt war. Dies heißt nicht zwangsläufig das beide gemeinsam die Tat begangen haben. Allerdings sind solche Telefonate, vorallem mitten in der Nacht, ein Indiz für eine Gemeinschaftstat. So liegt der Gedanke nicht fern, dass Nähses Geständnis weitere „Kameraden“ vor Strafverfolgung schützen soll.

Nachdem einige Medienvertreter gegen die Entscheidung der Richterin, die Öffentlichkeit auszuschließen, Sturm liefen, scheint es im Rahmen des möglichen, dass die Urteilsverkündung wieder öffentlich stattfinden wird. Dies würde auch dem gesteigertem öffentlichen Interesse an der Verhandlung entgegen kommen. Bereits am ersten Verhandlungstag war das Interesse an dem Prozess so groß, dass der Raum im Landgericht nicht ausreichte. Ein Großteil der BesucherInnen konnten keinen Platz finden. Selbst für einen Teil der Medienvertreter war kein ausreichender Platz zur Verfügung gestellt worden.

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