Nazis

Neues Nazigroßevent in Dresden geplant

Auf Dresden kommt im nächsten Jahr ein neues Nazigroßevent zu. Nachdem der so genannte „Tag der deutschen Zukunft“ trotz lautstarker Proteste von mehreren tausende Menschen in diesem Jahr in Wolfsburg relativ störungsfrei ablaufen konnte, kündigten die Veranstalter am 1. Juni an, im kommenden Jahr in Dresden demonstrieren zu wollen. Wie schon im Jahr zuvor beteiligten sich am vergangenen Wochenende auch in der niedersächsischen Stadt Wolfsburg knapp 600 Nazis an der etwa zweistündigen Demonstration. Nachdem die Stadt zuvor erfolglos versucht hatte, den geplanten Aufmarsch mit einem Totalverbot zu verhindern, verlegte sie ihn kurzerhand in ein Gewerbe- und Industriegebiet am Rande der Stadt.

Während die Polizei in der Bankenmetropole Frankfurt am Main mehrere tausend Menschen gewaltsam daran hinderte, eine vor Gericht durchgesetzte Demonstration zur Europäischen Zentralbank durchzuführen, verhinderte sie in Wolfsburg die angekündigten Blockaden eines rechten Aufmarsches durch ein breites Bündnis. Bei den Übergriffen wurden in Wolfsburg neben fünf Beamten auch eine unbekannte Anzahl von Personen durch den Einsatz von Pfefferspray verletzt. Die Idee, im „Stammland“ Sachsen an die Erfolge der vergangen Jahre anzuknüpfen, lässt die Vermutung zu, dass die rechte Szene in den alten Bundesländern nach den Wahlschlappen der letzten Monate zusehends von Auflösungserscheinungen und internen Streitigkeiten geprägt ist. Die Veranstalter erhoffen sich in Sachsen mehr Unterstützung und Rückhalt. Der Tag galt als Versuch der norddeutschen Kameradschaftszene gemeinsam mit Mitgliedern rechter Parteien eine eigene, kontinuierliche Veranstaltung zu etablieren.

Zusätzlich zu den in jüngster Zeit regelmäßig gescheiterten Aufmärschen rund um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens, konnte sich am 17. Juni mittlerweile eine zweite von Nazis angemeldete Demonstration in der sächsischen Landeshauptstadt etablieren. Obwohl es im Februar nach Jahren der Ruhe gegen den hartnäckigen Widerstand in der Stadt gelungen ist, eine eigenständige und vielfältige Protestkultur durchzusetzen, sah das am 17. Juni bislang noch anders aus. Aus diesem Grund haben auch in diesem Jahr erneut antifaschistische und zivilgesellschaftliche Gruppen zu Gegenprotesten am Jahrestag des „Volksaufstandes“ in der DDR aufgerufen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Proteste in knapp zwei Wochen genauso erfolgreich sein werden, wie die Aktionen am 13. Februar, um damit den Grundstein dafür zu legen, im nächsten Jahr die für den 7. Juni angemeldete Nazidemonstration gemeinsam zu verhindern.

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