Nazis

Rechte Angriffe auf Blockadeversuche während verschwörungsideologischem Autokorso

23. Februar 2021 - 13:00 Uhr

Am vergangenen Samstag setzten sich in an der Pieschener Allee in Dresden etwa 500 Fahrzeuge zu einem insgesamt 26 Kilometer langen Autokorso durch das Dresdner Stadtgebiet in Bewegung. Zur Veranstaltung aufgerufen hatten unter anderem die Zusammenschlüsse von „Querdenken 351“ und „Eltern stehen auf“ um den umtriebigen Bautzner Kreiselternrat Marcus Fuchs. Beide Gruppen sind dem verschwörungsideologischen und coronaleugnenden Spektrum zuzuordnen. Der überwiegende Teil der Beteiligten reiste dazu eigens aus umliegenden Landkreisen und Städten wie Pirna, Meißen und Freital an. Neben dem AfD-Politiker und mittlerweile suspendierten Polizeiobermeister Steffen Janich reihten sich auch zahlreiche Dienstfahrzeuge sächsischer Unternehmen in den Konvoi ein.

Entgegen einer ersten Medieninformation der Polizei Sachsen, der Autokorso sei „friedlich“ verlaufen, kam es während der Veranstaltung zu mehreren Zwischenfällen. Auf Höhe der Reichenbachstraße kam es zu einem Blockadeversuch durch Fahrradfahrende. Wie ein Video zeigt, stürmte ein Anwohner aus einem der Hauseingänge, um mit Unterstützung weiterer Teilnehmer aus dem Autokorso gewaltsam die Straße zu räumen. Der wütende Mob griff dabei die Fahrradfahrer:innen an und drängte diese mit Schlägen und Tritten von der Straße.

Auch auf der Hüblerstraße soll es eine weitere Attacke auf eine 1-Personenblockade gegeben haben. Aggressive Querdenker:innen sollen dort ebenfalls unter Anwendung von Gewalt die Straße eigenmächtig geräumt haben. Weitere Blockadeversuche ereigneten sich auf der Augsburger und Bautzner Straße, welche von der sächsischen Polizei geräumt werden konnten. Medien berichten weiterhin von mehreren vermeintlichen Steinwürfen auf Fahrzeuge des Konvois. Mehr als einhundert Polizeibeamt:innen waren nach Angaben der Polizei an dem Tag im Einsatz.

Anders als in der Sächsischen Landeshauptstadt gelang es in Hamburg zur gleichen Zeit rund einhundert auf und mit dem Fahrrad protestierenden Menschen, den dortigen Querdenken-Autokonvoi massiv zu stören und verzögern. Die Dynamik und Flexibilität fahrradfahrender Menschen sind offenbar ein Mittel, um die auch in Dresden vor allem in der als „Problemviertel“ wahrgenommenen Äußeren Neustadt präsente Polizei zu überfordern. Bereits in der Vergangenheit war es Radfahrer:innen in Dresden gelungen, mit Hilfe von Straßenprotesten einen sicheren Radweg auf der Albertstraße zu erkämpfen.

Bild: Pixel Roulette


Veröffentlicht am 23. Februar 2021 um 13:00 Uhr von Redaktion in Nazis

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