Nazis

Übergriff nach PEGIDA-Versammlung

Während sich der Gegenprotest in Dresden ein ums andere Mal mit teilweise schikanösen Versammlungseinschränkungen herumschlagen muss, zeigt ein Vorfall vom Montag, dass das Level der Gewalt auf Seiten der PEGIDA-Anhängerschaft ungeachtet einer Einschätzung der Dresdner Polizei nach wie vor hoch ist. So soll es am vergangenen Montag nach Angaben der für den Gegenprotest seit Monaten verantwortlichen Gruppe „NOPE.“ nach dem Ende aller Veranstaltungen zu einem Übergriff gekommen sein, bei dem eine Person durch einen Ellenbogenschlag im Gesicht verletzt wurde. Bereits zwei Wochen zuvor war einer Frau am Rande der Abschlusskundgebung von PEGIDA nach Unmutsäußerungen in den Bauch geschlagen worden.

Am Montag hatten sich etwa 1.000 Menschen an einer von der studentischen Initiative „WHAT“ vorbereiteten Demonstration für Weltoffenheit und eine offene Gesellschaft beteiligt. Auf der Auftaktkundgebung hinter dem Hörsaalzentrum (HSZ) der TU Dresden hatte sich der Rektor der Universität, Hans Müller-Steinhagen, angesichts von derzeit 45.000 Studierenden aus 125 Ländern gegen Rückwärtsgewandtheit und für Solidarität ausgesprochen. Anschließend verlief die Demonstration weiter durch die Dresdner Innenstadt bis zur Zwischenkundgebung vor dem Neuen Rathaus und endete gegen 21:30 Uhr auf dem Theaterplatz. Für Aufregung sorgte lediglich die Polizei auf der Wilsdruffer Straße, als sie das Ende von PEGIDA zum Anlass nahm, um den Demonstrationszug einzukesseln.

Obwohl die Initiative im Vorfeld etliche beleidigende Hassmails bekommen hatte, zeigten sich die Verantwortlichen insgesamt zufrieden: „Es war ein sehr erfolgreicher Tag für das weltoffene Dresden. Insbesondere freut es uns, dass wir gegenüber unseren von Rassismus betroffenen Mitmenschen ein solidarisches Zeichen setzen konnten!“. Schockiert zeigte sich der Geschäftsführer für Hochschulpolitik des Studentenrates, Jan-Malte Jacobsen, darüber, dass Plakate überklebt und entwendet wurden: „Das sind antidemokratische Tendenzen, die wir insbesondere auf dem Campus nicht erwartet hätten!“

Bei PEGIDA hatte Lutz Bachmann, der nach einer Schweigeminute für den am 13. Januar verstorbenen Udo Ulfkotte und einem Loblied auf den am Freitag vereidigten neuen US-Präsidenten Donald Trump, den Skandalauftritt des thüringischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke in der vergangenen Woche zum Anlass genommen, die sächsische AfD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Frauke Petry zum wiederholten Mal einzuladen, um auf einer Kundgebung zu sprechen. Während sich die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Seiten von PEGIDA inzwischen bei etwa 2.000 eingepegelt hatte, waren die Gegenproteste in den zurückliegenden Wochen zahlenmäßig erheblich kleiner.

Weiterer Bericht: WHAT Demonstration in Dresden 23.01.2017

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