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Chemnitz: Ein schönes Stadtfest. Leider nicht für Alle.

Am Rande des Stadtfestes wurde eine Gruppe Jugendlicher im Alter von 13-23 Jahren brutal durch eine mindestens 40 Personen starke Gruppe aus dem rechten Umfeld angegriffen. Dabei wurden mehrere Personen durch Tritte, Schläge und einen Hagel aus Steinen und Flaschen verletzt.

„Wir waren gerade dabei, uns ins Stadtfest- Getümmel zu stürzen, als plötzlich in Höhe des Atomino mindestens 20 Personen auf uns zu kamen“ so eine Betroffene der Angriffe gewaltbereiter Neonazis am zurückliegenden Wochenende.

Gegen 23:00 Uhr wurden mehrere Gruppen nicht rechter Jugendlicher am Rande des Stadtfestes angegriffen.

Der erste Angriff geschah in Höhe des Atomino. Hier wurden 5 Personen mit Worten wie „Scheiß Zecken, verpisst euch!“ beschimpft und 2 von Ihnen geschupst, geschlagen und getreten. Die Gruppe der Angreifer, welche inzwischen auf mindestens 40 Personen angewachsen war, begab sich nun zu einer weiteren feiernden Gruppe knapp 25 nicht rechter Jugendlicher in unmittelbarer Nähe der kleinen Grünanlage neben dem Sparkassengebäude.

„Da kam plötzlich eine große Gruppe Personen auf uns zu – wie eine schwarze Wand. Dann schlugen Steine und Flaschen neben mir auf.“ so ein Betroffener

Ein Großteil der Jugendlichen konnte sich den Angriffen entziehen. Andere bekamen die Wurfgeschosse ab. Eine Person wurde vom Fahrrad gestoßen und am Boden liegend weiter geschlagen und getreten. Als sich dieser wieder aufrichtete bekam er eine volle Flasche auf den Hinterkopf. Er taumelte erneut, der Bewusstlosigkeit nahe, zu Boden. Später wurde er stark blutend in ein Krankenhaus gebracht, wo zwei Platzwunden genäht werden mussten. Ein anderer Jugendlicher wurde durch ein umher geworfenes Fahrrad am Rücken getroffen. Dieser ging durch die Wucht des Aufpralls ebenfalls zu Boden und wurde daraufhin mit Fäusten ins Gesicht geschlagen.Die Angreifer verschwanden erst als sich Einsatzkräfte der Polizei näherten. Ein Streifenwagen wurde durch die Jugendlichen angehalten und die Beamten um Hilfe gebeten. Diese sahen sich wahrscheinlich der Masse der Angreifer gegenüber auch hilflos und riefen weitere Einsatzkräfte herbei.

„Schon die lautstarke Begleitung des Angriffes durch den verfassungsfeindlichen Ruf „Sieg Heil“ oder „Jetzt setzt es was, Zeckenpack!“ verdeutlichen die Motivation der Gewalt. Diese hatte klar einen rechten, menschenverachtenden Hintergrund“, so André Löscher von der Opferberatung des RAA Sachsen e.V., welcher Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt Unterstützung anbietet.

An einem weiteren Ort am Rande des Stadtfestes wurde eine einzelne Person von drei dem Neonazispektrum zuzurechnenden Personen angegriffen. Diese wurde zu Boden gedrückt und mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Alle Angriffe ereigneten sich am Rande des Stadtfestes und wurden durch eine große Zahl Passanten beobachtet. Warum gerade die beauftragte Security- Firma „Haller Security“ diese Vorfälle nicht mitbekommen hat, lässt nur Vermutungen zu. Ein Großteil der für Haller tätigen Sicherheitskräfte ist nachweislich eng mit dem rechten Spektrum in Chemnitz verbunden. Dies hat auch die Stadt erkannt und beschlossen, bei städtischen Veranstaltungen andere Sicherheitsdienste zu beauftragen.

Warum es beim Stadtfest dennoch zum Einsatz des Sicherheitsdienstes kam, ist unklar.

Klar ist aber, dass von einem aufmerksamen Sicherheitsdienst zu erwarten ist, dass eine Gruppe von mind. 40, augenscheinlich gewaltbereiten, Personen bemerkt wird und dass Angriffe durch professionelles Eingreifen verhindert werden können. Dies passierte leider nicht.

Quelle: RAA Sachsen (04.09.09)

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