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Kurdische Veranstaltungsreihe in Dresden

6. Oktober 2019 - 15:09 Uhr

Vom 07. bis 12. Oktober findet in Dresden eine Veranstaltungsreihe zu Kurdistan statt. Der Fokus liegt dabei auf einem einführenden Überblick über die kurdische Freiheitsbewegung, sowie den feministischen Kämpfen in der Region. Verantwortlich für die Reihe zeigen sich der AStA der Evangelischen Hochschule Dresden, das iz-dresden.org und der kurdische UTA Frauenrat aus Pieschen. Die Veranstaltungen finden in der kommenden Woche an unterschiedlichen Orten in Dresden statt.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet der Journalist und Kurdologe Luqmann Guldive. Thema seines Vortrages, der um 17 Uhr in den Räumlichkeiten der EHS startet, wird die „Geschichte der kurdischen Freiheitsbewegung“ sein. Guldive wird an der Stelle über die verschiedenen Etappen der Freiheitsbewegung sprechen und erklären, wie sich die Studierendenbewegung in Ankara zu einer Befreiungsbewegung entwickelt hat. Eingerahmt wird der Montag von einer Fotoausstellung mit dem Titel „Ausnahmezustand in Kurdistan“, welche bereits ab 16:30 Uhr zu besichtigen ist und sich mit den kurdischen Städten Cizre und Amed auseinandersetzt, die in der jüngeren Vergangenheit massiv massiv durch die türkische Armee bombardiert worden waren. Bis heute ist der Ausnahmezustand als Reaktion auf die Selbstbestimmungsbemühungen der kurdischen Bewohnerinnen und Bewohnern über Cizre verhängt. Der mittlerweile in Deutschland lebende Fotojournalist Refik Tekin berichtete längere Zeit aus den Kriegsgebieten der Osttürkei und wurde bei einer Auseinandersetzung in Cizre angeschossen. 

Am Dienstag gastiert die Veranstaltungsreihe in den Räumlichkeiten des Pieschener Vereines „Deutsch-Kurdischer Begegnungen“ auf der Oschatzerstraße 26. Dort soll es Inhaltlich um die kurdische Diaspora in Deutschland gehen. Dazu wird die Politikerin Ayten Kaplan (Die Linke) über die Arbeit von NAV-DEM, dem Dachverband für kurdische Organisationen in Deutschland, sprechen. Der Verein ist immer wieder von Repression seitens der deutschen Sicherheitsbehörden betroffen. So wird der Verein immer wieder mit Veranstaltungsverboten und Hausdurchsuchungen konfrontiert. Neben Kaplan wird eine Person aus dem kurdischen Kulturverein über die Erfahrungen kurdischen Lebens in Dresden und die Aktivitäten des Vereins berichten.

Besonderes Highlight der Reihe ist eine Diskussionsrunde am Samstag im Zentralwerk in Pieschen. Die Veranstalterinnen und Veranstalter haben dazu vier Frauen aus den kurdischen Regionen im mittleren Osten eingeladen. Gemeinsam soll über die Stellung der Frau und der feministischen Bewegung gesprochen werden. Gegenüber addn.me äußerten die Organistorinnen und Organisatoren ihre Beweggründe für die Veranstaltung: „Die feministische Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der kurdischen Freiheitsbewegung. In kaum einer Internationalen Bewegung spielen Frauen eine solch wichtige Rolle. Das wollen wir würdigen und davon lernen. Wir glaube, dass auch für den Kampf um Emanzipation in Deutschland, diese Erfahrungen neue Ideen und Anstöße liefern können“. Das erklärte Ziel der Diskussionsrunde ist ein Austausch über die verschiedenen Ansätze feministischer Politik: „Wir wollen einen Diskurs auf Augenhöhe. Alle Referentinnen werden von unterschiedliche Erfahrungen und Stellenwerten der Frau berichten. Wir wollen gemeinsam lernen und uns weiterentwickeln.“

Neben den genannten Themen sollen auch die jüngeren Entwicklungen in der Region des Mittleren Ostens eine Rolle spielen. Das weitere Programm sieht dafür Veranstaltungen zu „Internationalismus in Rojava“ und „Rätedemokratie in Rojava“ sowie die Filmvorführung „Haus ohne Dach“ in Kino im Kasten (KiK) vor.

Es ist nicht die erste Veranstaltung in Dresden, die sich mit der kurdischen Freiheitsbewegung auseinandersetzt. Vor allem das IZ-Dresden und der UTA-Frauenrat machen seit längeren auf die Situation von Kurdinnen und Kurden weltweit aufmerksam. So organisierten beide 2017 die Kurdischen Filmtage und verschieden Vorträge zum Thema. In den letzten Jahren wurde immer wieder mit Demonstrationen auf die Situation in den kurdisch selbstverwalteten Gebieten aufmerksam gemacht. Neben der kurdischen Community beteiligten sich immer wieder antifaschistische und feministische Aktivist*innen an den Protesten. 

Warum Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung auch in Dresden ein wichtiges Thema bleibt, erläutern die Veranstalterinnen und Veranstalter: „Nicht nur wir in Dresden sind mit dem erstarken des Faschismus konfrontiert. Überall auf der Welt stellen sich Menschen gegen die Reaktion und für die Emanzipation. Da sind die kurdischen Kämpfe unter anderen gegen Erdogans diktatorisches Regime wesentlicher Bestandteil. Wir müssen weiterhin alles tun, dass weltweite Kämpfe und Zusammenhänge nicht über die eigene Situation vor Ort vergessen werden. Deswegen ist auch die Veranstaltungsreihe so kurz nach den Landtagswahlen um so wichtiger. Wir freuen uns drauf.“


Veröffentlicht am 6. Oktober 2019 um 15:09 Uhr von Redaktion in Antifa, Freiräume, Kultur

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