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Landtagswahlergebnisse für Dresden im Einzelnen

Bei den Wahlen zum sächsischen Landtag waren in diesem Jahr knapp 57% der Wählerinnen und Wähler an den Urnen. Damit lag der Wert knapp 7 Prozentpunkte über der Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen im Juni, aber immer noch weit entfernt von der Wahlbeteiligung bei der letzten Landtagswahl 2004. (Wahlbeteiligung im Einzelnen)

Der Wahlgewinner in Dresden ist neben der FDP, die sich gegenüber den Wahlen 2004 um knapp 4% verbessern konnte, vor allem die CDU. Die Christdemokraten konnten alle sechs zur Disposition stehenden Direktmandate und damit Erststimmen für sich gewinnen. Wenngleich sie ihr Ergebnis von 2004 nicht wiederholen konnten, so schafften sie es immerhin ihr schlechtes Kommunalwahlergebnis vom Juni um mehr als sechs Prozentpunkte zu steigern. Sie profitierten dabei vor allem von einer guten Leistungsbilanz und einem Ministerpräsidenten, der in Umfragen unter der sächsischen Bevölkerung bereits an die Werte seiner Vorgänger heranreichen kann.

Die CDU steigerte ihr schlechtes Ergebnis im Juni um mehr als 6% auf 37.28%, aber blieb erneut unter der magischen 40% Marke von 2004. Wie schon bei den Kommunalwahlen waren die Hochburgen der CDU mit mehr als 43% der Stimmen vor allem die eingemeindeten Ortschaften und Außenbezirke Dresdens. In der Neustadt, der Altstadt, der Albertstadt, der Radeberger- und Leipziger Vorstadt, Löbtau, Gorbitz und Teilen der Südvorstadt bzw. Pieschens blieben sie unter 33%. Im Wahlkreis 45 des CDU-Spitzenkandidaten Patrick Schreiber, in der Äußeren Neustadt, bekamen die Christdemokraten ihre mit Abstand schlechtesten Ergebnisse, dennoch reichte es wenn auch knapp vor der LINKEN und den GRÜNEN für ein Direktmandat.

DIE LINKE schaffte es, mit 17.38% ihren zweiten Platz in Dresden zu behaupten und konnte sich gegenüber den Wahlen im Juni geringfügig steigern (+1.13%). Dennoch blieb sie mit dem Ergebnis immer noch weit unter den 22.4% von 2004. Ihre besten Ergebnisse erzielte DIE LINKE wie die NPD vor allem in den Plattenbauvierteln der Stadt. In der Johannstadt, in Prohlis, Seidnitz, Leuben, Gorbitz und der Wilsdruffer Vorstadt kamen sie auf Ergebnisse um die 30%.

Wie schon zu den letzten Landtagswahlen konnten auch dieses Mal die GRÜNEN ihren dritten Platz mit 12.96% behalten. Allerdings verloren sie gegenüber den Kommunalwahlen vor zwei Monaten mehr als zwei Prozent ihrer Stimmen. Sie waren vor allem in der Äußeren Neustadt und der Leipziger Vorstadt mit Ergebnissen jenseits der 30% erfolgreich.

Die SPD ist wie schon 2004 in Sachsen weit von ihrem Anspruch, eine Volkspartei zu sein, entfernt. Im Vergleich zu den historisch schlechten Ergebnissen der vergangenen beiden Landtagswahlen, konnten sich die Sozialdemokraten in Dresden aber immerhin auf 10.72% steigern. Dennoch verloren auch sie mehr als 1% ihrer Stimmen gegenüber der Kommunalwahl im Juni und konnten ihren vierten Platz nur knapp vor der FDP verteidigen.

Der Wahlgewinner in Sachsen war auch gleichzeitig einer der Wahlgewinner in Dresden. Die FDP konnte ihr gutes Ergebnis vom Juni noch einmal um zwei Prozentpunkte steigern und wurde mit 10.33% fünftstärkste Kraft in Dresden. Ihr bestes Ergebnis erzielten sie mit knapp 25% in Luga, dem Wohnort des FDP-Kandidaten und Dynamo Dresden Aufsichtsratmitglied Jens Genschmar.

Die zum ersten Mal bei einer Landtagswahl in Sachsen angetretene Piratenpartei kam in Dresden bei den Zweitstimmen auf immerhin 3.43% und mussten sich nur knapp der NPD als sechststärkste Kraft geschlagen geben. Im Vergleich zur Europawahl im Juni, konnten die Piraten ihre Stimmen fast verdoppeln. Sie waren vor allem in der Äußeren Neustadt, der Leipziger Vorstadt und Löbtau mit zum Teil zweistelligen Ergebnissen erfolgreich.

Die NPD verlor sachsenweit mehr als 90.000 Stimmen und konnte ihren Erfolg von 2004 nicht wiederholen. Mit einer Wahlbeteiligung wie bei der vorangegangenen Landtagswahl 2004 wäre ein Wiedereinzug der NPD in diesem Jahr wahrscheinlich ebenso wie in Thüringen knapp an der 5% Hürde gescheitert. Während sich die Nazis 2004 in Dresden noch über mehr als 6% der Stimmen freuen konnten, so mussten sie sich in diesem Jahr mit 4.08% zufrieden geben. Eine Hochburg der NPD war wie schon zu den Kommunalwahlen im Juni das Plattenbauviertel Gorbitz mit dem Kandidaten und Pressesprecher der NPD-Landtagsfraktion Holger Szymanski. In den Wahlbüros am Amalie-Dietrich-Platz, am Wölfnitzer Ring, Asternweg/Herzogswalder Straße und dem Melissen/Kresse- und Kamillenweg kam die NPD demnach sogar auf mehr als 10% der abgegebenen Zweitstimmen. Im Wahlkreis 45, zu dem auch die Äußere Neustadt zählt, konnte die NPD vor allem in der Friedrichstadt und in Johannstadt punkten. Die meisten Stimmen in der Äußeren Neustadt erhielt die NPD im Wahlbüro auf der Jordanstraße.
Wie schon zu den Kommunalwahlen im Juni bestätigt sich damit einmal mehr, dass die NPD vor allem in den Plattenbauvierteln die Wählerinnen -und Wähler von ihrem Programm überzeugen konnten. Neben Gorbitz Süd war die NPD auch in Reick, Prohlis Süd, Seidnitz und Großzschachwitz besonders stark und konnte sich in Dresden gegenüber den Wahlen im Juni leicht steigern (+0.42%).

Einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zufolge konnte die NPD gerade in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen hohe Stimmenanteile erzielen und würde auf 12% der Stimmen kommen.

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